Szenestübla

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Für Anita

 

Ich fühle mich wohl.  Hier, an diesem Ort, im Hof vom Szene-Stübla. 

Das war schon immer so. 

Es ist jedes mal wie ein heimkommen, wie ein heil werden, ein alles Hektische, Schlimme, Zerstörende hinter sich lassen. 

Es spielt auch keine Rolle, wo im Hof oder in den Räumen ich mich niederlasse.

Das Gefühl ist da:  Alles wird gut – nein – alles ist gut.  Hier ist alles gut.

 

Anita hat an der kahlen Scheunenwand zwei braune Holztische aufgestellt, mit je zwei dazugehörigen ebenso braunen Bänken mit Rückenlehne.

„Komm her zu uns!“ war ihre Botschaft.  „Setz dich.  Lass es dir gut gehen.“

Aber auch:  „Wechsel einmal deinen Blickwinkel, sei lebendig!  Suche nicht immer den gleichen Platz auf.  Auch wenn du schon oft hier gewesen bist, gibt es immer noch Neues zu entdecken oder Bekanntes neu aufzuspüren.“

 

Wie kommt es, dass ich gerade hier der tiefen Überzeugung bin:  Ich darf so sein, wie ich bin?  Weil hier Vieles so sein darf, wie es eben ist:  das helle verwelkte Laub unter den Tischen und Stühlen, das Grün von Pflanzen, die sich durch die Ritzen zwischen den Pflastersteinen drängen, die Blumentöpfe, die wie vergessen auf alten Stühlen stehen, das Efeu, das die Scheunenwand gnädig zudeckt.  Nichts ist geschleckt, abgezirkelt rechteckig, von antiseptischer Aufgeräumtheit.

 

Manche sagen:  „Dies ist ein magischer Ort.“  Gibt es ein Rezept für Magie?

 

 

Angela, 24.7.2021